Rezension: »Junktown« von Matthias Oden

»Junktown«
von Matthias Oden

Heyne, Mai 2017
978-3453318212
400 Seiten
Preis:  9,99€ eBook | 12,99€ Taschenbuch

Leseprobe

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Inhalt

Eine faschistische Stadt in der Zukunft. Konsum ist alles, Abstinenz bedeutet Hochverrat.
Anhänger der KP, der Konsumistischen Partei, haben die Regierung übernommen. Mensch und Maschine können sich lieben, auch heiraten ist erlaubt.
Sich zudröhnen ist Pflicht, Müll im Vorgarten zeugt von Wohlstand. Bürger werden in Humanklassen eingeteilt, die Drogenmenge im Blut bedeutet Privilegien oder Tod. Der Goldene Schuss für die Partei ist das höchste Ziel fanatischer Anhänger.

Solomon Cain, Mittfünfziger, ist Witwer und Ermittler bei der Gemapo, der Geheimen Maschinenpolizei. Als alter Kämpfer der Partei Hinterbliebener einer Goldenen Schützin hat er einige Freiheiten, die als Blasphemie an der KP gelten. Bisher hat man ihn beobachtet und in Ruhe gelassen.
Als er eines Tages zu einer toten Brutmutter gerufen wird, steckt Cain plötzlich in einem Fall, der ungeahnte Ausmaße annimmt und das Ende seines Lebens bedeuten kann. Dieser Fall führt ihn an die Grenzen seines Gewissens, in die Abgründe von Junktown und zu der allen überlagernden Fage, was vom Menschsein übrig bleibt, wenn der Tod der letzte große Kick ist.

Fazit

»Junktown« von Matthias Oden ist ein Buch, dass ich gleich zum Erscheinen im Mai gelesen habe und das mich in den letzten Monaten immer wieder beschäftigt hat, bevor ich endlich die Rezension schreiben konnte.

Matthias Oden zeichnet das Bild einer dystopischen Zukunft der Faschisten in einem Stadtstaat zeigt. Für das passende Setting sorgt der Autor nicht nur mit seinem harten, aber detaillierten Schreibstil und Inspektor Solomon Cain. Auch die Nutzung vom Bezeichnungen wie „Gemapo“, „Humanklassen“ sowie „Ausfall“ und „Recycling“ im Zusammenhang mit Menschen, verdichtet die Atmosphäre, die an die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands erinnert.
Die historischen Anspielungen finden zu einem dichten, totalitären Stadtstaat zusammen, der nicht nur seine Bewohner gefangen hält.  Auch der Leser ist schnell gefangen von den strengen Vorschriften und Kontrollen, regelmäßige Drogentest sorgen hier dafür, dass die Bürger nie zu nüchtern oder entsorgt werden, falls die Konzentration der Drogen im Blut zu niedrig ist.

In diese Welt hat Matthias Oden seinen Protagonisten Solomon Cain gesetzt, Mitte 50, Witwer hat der ehemalige Kämpfer für die Konsumistische Partei so langsam seine Zweifel an dem System, dem er an die Macht geholfen hat. Dabei ist er mürrisch, etwas selbstherrlich und trotzdem sympathisch. Und er ist ein Ermittler, der nicht aufhört, wenn der Befehl von oben dazu kommt, sondern gerne seine Fälle löst. Ungelöste Rätsel sind ihm ein Greuel. Genauso wie systemtreue Speichellecker.

Kurz: Wer sich durch den Anfang von »Junktown« beißt und bereit sich mit dem direkten Einstieg ohne große Erklärungen zu Beginn zurechtzufinden, liest hier ein Buch voll skurriler Momente, Tempo, überzeugender Charaktere und wenig hoffnungsvoller Momente. Die Lektüre hat eine dichte Atmosphäre, die den Leser in den Bann zieht und die Dystopie lebendig macht.
»Junktown«  ist eine Leseempfehlung für Leser von Büchern, die sich gerne unterhalten lassen, aber auch versteckten Tiefgang und Hintergründe zu schätzen wissen.

Bewertung

4 Bücher

4 von 5

 

Autor

© Sarah El-Wassimy

Matthias Oden ist Träger des Hans-Strothoff- und des Deutschen Journalistenpreises und lebt in München.
Er macht 2007 seinen Master in Geschichte, Politikwissenschaft und Ethnologie an der Freien Universität Berlin, arbeitete als Redakteur bei der Fianancial Times Deutschlad, übernahm die Redaktionsleitung des Lifeytle-Magazins Business Punk und war danach Chef-Redakteur Werbe- und Kommunikationsfachzeitschrift Werben & Verkaufen.
Laut seinem XING-Profil befindet sich der Autor seit November 2016 auf Weltreise (Stand Oktober 2017).

 

 


Weitere Meinungen zu »Junktown« von Matthias Oden

Kultplatz
Deutsche Science Fiction
kitsune books
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Viele Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Rezension: »Dignity Rising 01 – Gefesselte Seelen« von Hedy Loewe

dignity rising gefesselte seelen hedy loewe»Dignity Rising 01 – Gefesselte Seelen«
von Hedy Loewe

Dark Diamonds by Carlsen, September 2017
978-3-646-30066-6
487 Seiten
Preis:  3,99€ eBook

Leseprobe

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Inhalt

Jon Matthews ist Commander einer Raumstation am Rande der gesicherten Galaxie. Sein Tag ist geprägt von Routine und Eintönigkeit, nur seine engsten Freunde bewahren sein Seelenheil.
Als eines Tages zwei Botinen des Rats auf seiner Station landen und Jon die verloren geglaubte Liebe seines Lebens wieder sieht, ahnt er bereits, dass großer Ärger bevorsteht. Niemals hätte der Rat zugelassen, dass die Telepathin Shay wieder vor ihm steht, auch, wenn sie sich nicht an Jon erinnern kann…
Können Jon und Shay wieder zu einander finden? Und können sie den Rat besiegen?

Fazit

Angezogen von Cover und Klappentext, hat mich Hey Loewe mit »Dignity Rising 01 – Gefesselte Seelen« bezaubert. Ohne Kitsch und überzogener Dramatik hat sie eine emotionale Liebesgeschichte in futuristischen Setting geschaffen.

Uns und die Geschichte von Jon und Shay trennen 400 Jahre. Die Menschen haben längst andere Spezies getroffen und sich ein Leben im Weltall ermöglicht.
Jon und Shay treffen sich in einer Zeit wieder, als Rebellen immer heftiger gegen den regierenden Rat vorgehen und dieser immer endgültiger antwortet.
Jon ist anfangs verschlossen, zeigt wenig Gefühle und lässt noch weniger Menschen an sich heran. Nur seine Freunde Hawk und Welda haben lediglich eine Ahnung, dass es ihm nicht gut geht. Hedy Loewe hat den Captain mit der Zeit aufblühen lassen. Als Shay, die Liebe seines Lebens wieder in sein Leben tritt, verliert Jon nach und nach seinen Panzer und hervor kommt ein einfühlsamer, aber auch besitzergreifender Mann mit Beschützerinstinkt, der für den Leser immer zugänglicher wird. Mir hat gut gefallen, welche Entwicklung Jon im Laufe der Geschichte durchläuft.
Auch Shay ist der Autorin gut gelungen. Shay ist eine starke Frau, die den Mut aufbringt nicht blind Befehlen, sondern ihrem Gefühl zu folgen. Gut nachvollziehbar zeigt Hedy Loewe, wie aus der Frau mit der unbestimmten Sehnsucht eine Führungspersönlichkeit wird, die weiß wer sie ist und wo ihr Platz ist.
Aber nicht nur die Protagonisten sind Hedy Loewe gelungen, auch Hawk, Welda und Hanout sind spannende Charaktere, die Lust machen sie besser kennen zu lernen. Selbst der Antagonist ist hier  interessant, wird er doch ambivalent dargestellt und ist schwer als einfach nur „böse“ einzustufen.

Kleiner Kritikpunkt ist der Einstieg in die Geschichte. Der Leser bekommt hier sehr viele Informationen mit einmal, wirklich Spannung kommt dabei erst einmal nicht auf.
Nach wenigen Seiten ändert sich das und Hedy Loewe zieht das Tempo an, hier baut sich das Spannungsniveau auf, das die Autorin bis zum Ende hält. Wett macht Hedy Loewe den Anfang durch ihren Schreibstil, flüssig und sehr angenehm hat die Autorin ihre Geschichte in Worte gefasst und bringt diese bildhaft an ihre Leser.

Kurz: »Dignity Rising – Gefesselte Seelen« von Hedy Loewe ist ein romantisches Science-Fiction Abenteuer ohne Kitsch, dafür voller Emotionen. Da hier der Fokus auf der Liebe zwischen Shay und Jon liegt, ist die Geschichte eine klare Empfehlung für Fans von Liebesgeschichten, die einem intergalaktischen Setting nicht abgeneigt sind.

 

Bewertung

4 Bücher

4 von 5

 

Autorin

Hedy Loewe

Hedy Loewe wurde 1965 in Mittelfranken geboren. Nach dem Studium der BWL in Jahren im Marketing arbeitet die Autorin heute als freiberufliche Unternehmens-beraterin, Texterin und Autorin.
Zusammen mit ihrem Mann und zwei Katzen lebt  Hedy Loewe in der Region um Nürnberg, genießt ihren Garten und träumt von einer Ranch in Canada.

Hedy Loewe ist ein Pseudonym.

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Line’s Bücherwelt
Gedankenvielfalt
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Rezension: »Banshee Livie 01 – Dämonenjagd für Anfänger« von Miriam Rademacher

Banshee Livie - Miriam Rademacher»Banshee Livie 01 – Dämonenjagd für Anfänger«
von Miriam Rademacher

Sternensand Verlag, Oktober 2017
978-3-906829-55-5
370 Seiten
Preis:  6,99€ eBook | 12,95€ Broschiert


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Inhalt

Pech ist, wenn man bei einem Gewitter mit seiner Tante über ein Feld läuft und in der Nähe des einzigen Baumes weit und breit steht. Pech ist auch, wenn man im Tod nicht entspannen kann, sondern in einer alten, staubigen Dachkammer ohne Internetanschluss wohnen und die Bewohner des Schlosses vor bevorstehendem Unheil warnen muss. Entweder mit schaurigem Heulen oder mit Scharade. Livie ist die neue Banshee von Schloss Harrowmore und muss zu ihrem Pech über die tollpatschigste Familie Neuenglands wachen. Aufregend wird es, als ein nachtragender Dämon eine alte Rechnung begleichen will und Livie alle ihre Banshee-Fähigkeiten aufbieten muss, um das zu verhindern. Dabei ist stets  Walt an ihre Seite -außer wenn sie ihn wirklich braucht! – und steuert mit seiner sexy, gesichtslosen Stimme altkluge Kommentare bei.

Fazit

Was für eine unterhaltsame Geschichte! Miriam Rademacher erzählt mit »Banshee Livie – Dämonenjagd für Anfänger« humorvoll und mit Witz die Geschichte einer jungen Frau mit üppigen Kurven und kleinem Bauchansatz, die einen dunklen Long-Bob hat, ein herzförmiges Gesicht besitzt und Vergleiche mit Comic-Lady Betty Boop hasst.

Livie, beschwert sich in dem einem Moment noch über recht eintöniges Leben und im nächsten Moment ist sie tot. Aber irgendwie auch nicht. Walt offenbart Livie ihr neues Schicksal, als Todesbote teilt er ihr drohende Todesfälle in der Familie Harrowmore mit, Livie muss dann als Banshee Familienangehörige warnen und die Unglücke verhindern. Ganz glücklich ist Livie mit der neuen Situation nicht, bis sie entdeckt, dass der mysteriöse Walt mehr als nur altklug daher reden kann – Kleider herzaubern zum Beispiel. Als dann ein alter Feind die Familie Harrowmore bedroht, ist Livie Feuer und Flamme, zusammen mit Walt macht sie sich auf, um „ihre“ Familie zu schützen.

Miriam Rademacher hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, leicht, locker, flüssig und mit viel Witz erweckt sie vor allem Livie und auch Walt zum Leben. Die beiden Charaktere entwickeln eine unterhaltsame Dynamik, die beim Lesen viel Freude bereitet und die Geschichte vorantreibt.
Livie war mir mit ihrer gleich sympathisch, zwar sieht sie die Dinge gerne erstmal leicht negativ, schafft es aber dabei keine schlechte Stimmung zu verbreiten. Miriam Rademacher hat es hier geschafft ihre Protagonistin glaubwürdig, lebendig und nachvollziehbar zu gestalten. Auch Walt und der heimliche Start des Buches – ein Mummel – bereichern die Geschichte mir ihren Charakteren.

»Banshee Livie – Dämonenjagd für Anfänger« von Miriam Rademacher ist der kurzweilige Auftakt der Reihe um Livie, die viel Spaß beim Lesen verspricht. Mit viel Liebe hat die Autorin ihre Charaktere Gestalt annehmen lassen und sie in die Interaktion geschickt.
Das Abenteuer von Livie und Walt eine Leseempfehlung für alle Leser, die humorvolle Literatur mögen, witzige Dialoge schätzen und gerne auf Dämonenjagd gehen.

 

Bewertung

5 von 5

 

Autorin

Miriam Rademacher wurde 1973 im Emsland geboren und wuchs in einem kleinen Barockschloss auf.  Heute lebt die Autorin, die schon früh mit dem Schreiben begann, in Osnabrück. Neben dem Schreiben unterrichtet Tanz.
Mariam Rademacher veröffentlichte in den letzten Jahren zahlreiche Kurzgeschichten, Fantasy-Romane, Krimis und ein Kinderbilderbuch.

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Manjas Buchregal


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Rezension: »Behemoth 2333 – Band 03: Der Flug des Leviathan« von Joshua Tree

Behemoth 2333 - Band 03 Der Flug des Leviathan - Joshua Tree»Behemoth 2333 – Band 03: Der Flug des Leviathan«
von Joshua Tree

Self Pubslishing, Oktober 2017
ASIN: B0761SF8Y3
162 Seiten
Preis:  2,99€ eBook

Leseprobe

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Inhalt

Captain Jeremy Brandt und Pascal haben die Erde erreicht und alles ist anders, als sie erwartet haben. Konfrontiert mit der gewöhnsbedürftigen Realität auf dem Heimatplaneten ihrer Spezies erkennen die beiden Männer, dass sie Figuren in einem Spiel sind, dass sie nicht im ganze Ausmaß durchschauen. Bevor sie sich versehen, befinden sie sich auf einer Mission, deren Erfolgsaussichten quasi gleich Null sind. Können Jeremy und Pascal diese Mission überleben und die Karten in dem politischen Spiel neu mischen?

Fazit

»Behemoth 2333 – Band 03: Der Flug des Leviathan« ist Band drei der Behemoth-Reihe.

In flotten Tempo steigt Joshua Tree wieder in die Geschichte von Jeremy und Pascal ein. Im dritten Band der Behemoth 2033-Reihe sind der Captain und der Ermittler auf der Erde angekommen. Hier hat Joshua Tree eine, für ein nahezu gefühlloses Wesen, perfekte Zukunft geschaffen. Auf das beste optimiert leben die Menschen auf dem Planeten, den ihre Vorfahren zerstört haben.
Schickte der Autor seine Leser in »Behemoth 2333 – Band 02: Der Hyperraum Krieg«  noch von einer brenzligen Situation in die nächste, dominieren in diesem Band Dialoge die Geschichte. Es gibt mehr Informationen über Hintergründe, Intrigen und die Charaktere.  Aber es gibt sie auch wieder, diese brenzligen Situationen, die voller Action zum mitfiebern anregen.
Der Fokus liegt diesmal aber ganz klar auf detaillierter und tiefer Charackterentwicklung.

Kurz: »Behemoth 2333 – Band 03: Der Flug des Leviathan« von Joshua Tree ist die gelungene Fortsetzung einer komplexen Science-Fiction Serie, die eine Empfehlung für Leser ist, die keine Angst vor anspruchsvollen Handlungssträngen, sarkastischen Charakteren, Witz und Kreaturen aus der Tiefe des Alls haben. Diesmal etwas ruhiger im Grundtenor, aber nicht weniger fesselnd als die ersten beiden Bände.

Bewertung

5 von 5

 

Autor

Joshua Tree

Joshua Tree ist das Pseudonym von Kommunikationstrainer, Journalist, Abenteurer und Autor Benjamin Krämer, geboren 1986. Zusammen mit seinem Bruder entwickelte der Autor das „EPIC Coaching“ für Führungskräfte und schreibt Ratgeber wie „Über das Selbst hinaus“.
2017 veröffentlichte der Autor als Joshua Tree den Auftakt der Pilgrim-Saga  – von irgendwo auf der Welt. Seit Mai 2016 befindet sich Joshua Tree nämlich immer mal wieder mit dem Motorrad auf Weltreise.

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Behemoth 2333


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Vielen Dank an Joshua Tree für das Rezensionsexemplar.

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Rezension: »Die Blausteinkriege 03 – Der verborgene Turm« von T.S.Orgel

Die Blausteinkriege 3 - Der verborgene Turm von T.S. Orgel»Die Blausteinkriege 03 – Der verborgene Turm«
von T.S. Orgel

HEYNE, Oktober 2017
978-3-4533-1707-9
640 Seiten
Preis:  11,99€ eBook | 14,99€ Broschiert

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Achtung: Rezension kann Spoiler für alle enthalten, die Band 1 & 2 der Blausteinkriege nicht kennen.

Inhalt

Im Mocoubaun entwirrt Ordensritter Cunrat zusammen mit der Metis Xari einen Teil um die Verschwörung der falschen Beruner, die im Protektorat für Unruhe sorgen. Fast zu spät erkennt Cunrat, wer die wahren Drahtzieher sind. Zusammen mit Xari und einigen Schildbrechern stellt er sich den Feinden Beruns.
In Berun findet zu gleichen Zeit ein glanzvolles Turnier statt. Viele Würdenträger haben sich versammelt, um zu feiern. Während die Obrigkeit abgelenkt ist, schälen sich die wahren Drahtzieher der Verschwörung aus ihrer Verkleidung und stürzen das Reich unvermittelt in einen alles verzehrenden Krieg: In den Tiefen vor Beruns Toren wird an uralten Kräften gerührt, die besser weiter in Vergessenheit geblieben wären….

Fazit

Der Einstieg in das Finale der Blausteinkriege ist brutal, der Leser beginnt dort, wo »Die Blausteinkriege 02 – Sturm aus dem Süden« aufgehört hat. Für alle, die eine Gedächtnisstütze brauchen, gibt es vor Kapitel 1 eine Zusammenfassung der ersten beiden Bände. Außerdem gibt es wieder Karten und ein Personenverzeichnis, das auch meinem Gedächtnis das eine oder andere mal als Unterstützung diente.

„Ein Mörder, ein Kriegsknecht, eine Hexe, ein Verrückter und ein Idiot sitzen in einer Taverne …“
aus: »Die Blausteinkriege 03 – Der verborgene Turm«, S. 502, II/2017, Heyne

»Die Blausteinkriege 03 – Der verborgene Turm« ist alles, es ist laut, schnell und voller Action, aber auch gleichzeitig an einigen Stellen sehr, sehr leise und mitnehmend. Vor allem die Szenen mit Xari und Cunrat sind sehr vielfältig und ergreifend.
Ich liebe Bücher, die mich überraschen und das haben T.S. Orgel geschafft. Ich hatte viele Theorien, einige gingen in die richtige Richtung, andere waren so falsch, dass ich sie niemals äußern werden.  Es ist beeindruckend, wie T.S. Orgel die scheinbar losen Fäden der vorherigen Bände zu einem großen Ganzen verknüpften haben und sich Szenen, Andeutungen und Gespräche plötzlich ins richtige Licht rücken.

Neben dem Weltenbau und der Konstruktion der politischen Situation hat mir auch der Schreibstil der Brüder Tom und Stephan Orgel wieder ausnehmend gut gefallen. Flüssig und  bildhaft erwecken sie die unterschiedlichsten Szenen zum Leben, ob großes Massaker in der Stadt, nervenaufreibender Tauchgang in das dunkle Nass oder die Stille nach dem Sturm, wenn zwei Personen erschöpft zusammen gegen die Kaimauer sinken – alle Szenen sind sehr intensiv, lebendig und haben eine eigene Atmosphäre.
Atmosphäre ist ein gutes Stichwort. »Die Blausteinkriege 03 – Der verborgene Turm« ist düster, spannend und entbehrt trotzdem nicht eines gewissen Witzes. Die Charaktere, allen voran Kriegsknecht Ness und der alte Rosskopf, haben einen schwarzen Humor und einen Sarkasmus, der sie sehr sympathisch macht.
Meine Favoritin ist aber Xari, loyal, sarkastisch, schlagfertig und attraktiv – aber nicht perfekt – ist sie sehr lebendig und manchmal fast vulgär.

„Lass gut sein, Berun“, sagt sie müde. „Ich weiß selbst, dass ich Titten habe. Ich kann sie sehen“
sagt Xari in »Die Blausteinkriege 03 – Der verborgene Turm«, S. 215, II/2017, Heyne

Neben Xari, Ness und dem Rosskopf haben mir aber auch Danil, Sara, Meister Messer, Cunrat und auch Jerik der Narr gut gefallen. Alle sind mehr, als sie auf den ersten Blick scheinen und überzeugen mit der Detailverliebtheit und dem Tiefgang, mit denen sie geschrieben wurden. Sie sind in den drei Bänden gewachsen, haben sich entwickelt und alle auf ihre Weise Mut bewiesen. Ich weiß gut entwickelte Charaktere stets zu schätzen.

Was für ein fulminantes Finale einer großartigen High-Fantasy Trilogie. T.S. Orgel haben sich selbst übertroffen und ein mehr als würdiges Ende für den Krieg um totgeglaubte Götter, Blaustein und ein altes Kaiserreich geschaffen.
Spannung trifft hier auf Intrigen, Witz und tiefe Emotionen, die mich berührt haben.
»Die Blausteinkriege« sind eine Leseempfehlung für alle LeserInnen anspruchsvoller High-Fantasy, die eine stetige Charakter- und hoch spannende Handlungsentwicklung zu schätzen wissen.

Bewertung

5 von5 plus bienchen

5 von 5 mit Bienchen

 

Autoren

T.S. Orgel und Bücherleser

Die Autoren Tom und Stephan Orgel mit mir auf der Frankfurter Buchmesse 2016

Hinter dem Pseudonym T.S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. Wenn sie nicht schreiben, sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter bzw. Verlagskaufmann unterwegs.
2012 erschien mit »Orks vs. Zwerge« der erste gemeinsame Roman von T.S. Orgel, bisher er

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Die BLausteinkriege


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Bücher – Seiten zu anderen Welten


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Rezension: »Der Fluch der sechs Prinzessinnen 01: Schwanenfeuer« von Regina Meißner

Der Fluch der sechs Prinzessinnen (Band 1)- Schwanenfeuer»Der Fluch der sechs Prinzessinnen 01 – Schwanenfeuer«
von Regina Meißner

Sternensand Verlag, Oktober 2017
978-3-9068-2945-6
368 Seiten
Preis:  6,99€ eBook | 12,95€ Taschenbuch

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Inhalt

Prinzessin Estelle ist verflucht, an einem einsamen See mitten im Wald lebt sie tagsüber als Schwan und Nachts als Mensch. Ein Entkommen scheint der jungen Prinzessin nicht möglich.
Erst als der junge Jäger Ayden in der Dämmerung zum Schwanensee kommt, einen Schwan schießt und eine verletzte junge Frau entdeckt, keimt in der Prinzessin neue Hoffnung auf ein Ende des Fluches. Kann Ayden Estelle helfen das Rätsel um den Fluch zu lösen? Und wird Estelle mit Aydens Hilfe nicht nur sich, sondern auch ihren Schwestern helfen können?

Fazit

»Der Fluch der sechs Prinzessinnen 01 – Schwanenfeuer« von Regina Meißner ist der Auftakt einer Märchenadaption, die zum Träumen einlädt. Das Buch, das auf dem Ballett »Schwanensee« von Pjotr Iljitsch Tschaikoswki beruht, hat mich mit seinen vielen Stärken überzeugt.

Regina Meißner hat einen tollen Schreibstil, flüssig, verspielt und märchenhaft zaubert sie eine fast magische Atmosphäre um Estelle und Ayden.
Das Tempo der Geschichte treibt die Autorin durch einen Perspektivwechsel an, sowohl Ayden als auch Estelle erzählen ihre Erlebnisse. Eine Gute Wahl der Autorin, die eher ruhige Geschichte ohne große Action, bekommt so das Gewisse etwas und schüttelt die drohende Gefahr der  aufkommenden Langweile ab. Zudem lernt der Leser beide Protagonisten besser kennen, ich konnte so gerade Estelle gut nachvollziehen und verstehen.
Allerdings hat sich die Autorin hier auch einen Fallstrick gelegt, der zu Wiederholungen führte. Oft wurden nach einem Perspektivwechsel Geschehnisse zusammengefasst, die der Leser im Abschnitt zuvor mit dem anderen Protagonisten erlebt hat. Diese repetitiven Szenen waren für mich nicht nötig.

Kurz: »Der Fluch der sechs Prinzessinnen 01 – Schwanenfeuer« von Regina Meissner ist ein toller Auftakt einer gelungenen Märchenadaption. Die Autorin zaubert eine magische Atmosphäre, in der sie zwei sympathische Protagonisten auf ein märchenhaftes Abenteuer mit recht offenem Ende schickt.
Wer gerne Märchendaptionen liest, sich an ruhigen Geschichten ohne stetig steigende Spannung nicht stört und empfänglich für einen malerischen Schreibstil ist,  sollte hier einen Blick riskieren.

Bewertung

4 Bücher

4 von 5

 

Autorin

Regina Meißner

Regina Meißner wurde 1993 in einer Kleinstadt in Hessen geboren, in der sie auch heute lebt. Die Autorin studiert Englisch und Deutsch auf Lehramt und liebt in ihrer Freizeit neben dem Schreiben das Lesen, Nähen und ihren Dackel.
2015 veröffentlichte die Autorin ihr Debüt, seit dem folgten weitere  Fantasy und Contemporary Romane.

 

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Bücher von Regina Meißner

  


Weitere Meinungen zu »Der Fluch der sechs Prinzessinnen 01 – Schwanenfeuer« von Regina Meißner

Lina’s Büchertraumwelt (4,5/5)
Fuchsias Weltenecho (4/5)
♦ Katjas Bücherwelt (4/5)
Yvi’s kleine Wunderwelt (4/5)
Bücherwürmchen (4/5)


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Rezension: »Shadow Dragon 01 – Die falsche Prinzessin« von Kristin Briana Otts

Shadow Dragon die falsche Prinzessin - Kritin Briana Otts»Shadow Dragon 01 – Die falsche Prinzessin«
von Kristin Briana Otts

Oetinger, September 2017
ISBN: 978-3-7891-0844-0
400 Seiten
Preis:  14,99€ eBook  18,99€ Hardcover

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Inhalt

Kai ist eine Waise und ausgebildete Onna-Bugeisha, eine Kriegerin  im Dienste von Noriko, Prinzessin von Mizu. Disziplin, Gehorsam und Entbehrungen sind ihr Leben.
Als Kai nach einem Attentat den Platz von Prinzessin Noriko bei der Kröung des neuen Kaisers übernehmen muss, überschlagen sich die Ereignisse: Irgenndjemand trachtet den Erben der vier Königreiche nach dem Leben, Kai lernt Prinz Enlai kennen und auch Drachenhüter Jao taucht in ihrem Leben auf. Außerdem scheint Kai eine Verbindung zum Shadow Dragon zu haben.
Gefangen in einem Netz aus Intrigen, Mord, Verrat und junger Liebe muss Kai entscheiden, wem sie wirklich trauen kann…

Fazit

Was. Für. Ein. Auftakt! Ich habe seit langem kein so gutes Jugendbuch mehr gelesen.
Kristin Briana Otts hat mit dem Kaiserreich Chitwitlok eine farbenprächtige und vielschichtige Welt geschaffen, die mich mit ihrem fernöstlichen Setting gefangen genommen und verzaubert hat. Als wären die Götter selbst auferstanden, um mir die Geschichte von Kai zu erzählen, die viel mehr zu sein scheint, als eine Waise, die zu einer Onna-Bugeisha, einer Kriegerin, ausgebildet wurde.

Mit Kai hat Kristin Briana Otts eine besondere Protagonistin geschaffen, haben Charaktere in Jugendbüchern sonst eine klare Rolle, ist bei Kai von Anfang der innere Kampf gegen sich selbst und die von außen auferlegten Regeln zu beobachten. Anfangs herrscht die loyale, gehorsame Kai vor, später haben wir es mit der inneren Verräterin Kai und der gehorsamen Kai zu tun und am Ende… tja, am Ende, wer weiß, welche Kai gewinnt?
Das Besondere: Mit dem der Entwicklung von Kai änderte sich der Schreibstil von Kristin Briana, anfangs konzentriert sich die Autorin wie Kai, die uns ihre Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt, auf das Wesentliche. Nur in Momenten, in den Kai abgelenkt ist, öffnet sie sich der Magie ihrer Welt und diese Welt damit auch für die Leser. Mit der Zeit und der Veränderung von Kai, wandelt sich Kais Wahrnehmung, zwar hat sie immer noch die Geschärfte Wahrnehmung einer Onna-Bugeisha, aber sie entwickelt auch ein anderes Feingefühl für ihre Mitmenschen und ihre Welt. Diese Änderung trägt Kristin Briana Otts in ihrem Schreibstil Rechnung und nimmt diese Veränderung von Kai mit.

Neben Kai hat vor allem ein Charakter bei mir Eindruck hinterlassen: der Shadow Dragon. Ein Wesen von unglaublicher Macht und Weisheit, aber auch voller Dünkel, etwas Willkür und vermutlich auch eine Spur Wahnsinn.
Er vermag den Menschen auf den Grund ihrer Seele zu gucken und über sie zu richten. Er ist es, der in Kai mehr sieht als in den adeligen Erben der anderen Reiche und er ist es, der eine unfassbare Mischung aus Angst und Faszination in Kai hervorruft.
Kai hat keine Ahnung, was den Shadow Dragon antreibt und auch ich bin gespannt, was der uralte Drache mit der jungen Onna-Bugeisha vor hat.

Kurz: »Shadow Dragon – Die falsche Prinzessin« von Kristin Briana Otts ist der grandiose Auftakt einer Jugendbuch-Reihe, die sich vom alltäglichen Trott der Jugendbücher abhebt, die Leser gefangen nimmt und erst nach einem wilden Ritt wie auf einem Drachenrücken mit der Lust auf mehr zurücklässt.
»Shadow Dragon – Die falsche Prinzessin« ist eine Empfehlung für Leser/innen, die eine fernöstlich anmutende, dichte Atmosphäre schätzen, ihre Drachen gerne wild, magisch und ungezähmt mögen und sich nicht an einem stetig hohen Spannungslevel stören, das einem wie im Wahn durch das Buch treibt.

Bewertung

5 von 5

 

Autorin

Shadow Dragon die falsche Prinzessin - Kritin Briana Otts

Platzhalter

Kristin Briana Otts wuchs in den Bergen von Colorado auf. Ihre Zeit verbracht sie am liebsten mit Science Fiction und Fantasy Romanen. Sie hat einen Bachelor of Arts in Creative Writing, ist Mutter einer Tochter und Frauchen eines psychotischen Schäferhundes. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Tacoma, Washington und hat eine Vorliebe für Tattoos, laute Musik und Secondhandläden

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Weitere Meinungen zu »Shadow Dragon – Die falsche Prinzessin« von Kristin Briana Otts

Fuchsias Weltenecho (5/5)
Gedanken Vielfalt (5/5)
Manjas Buchregal (5/5)
BookNaerrisch (4/5)
About Books (4/5)
Letannas Buchblog (3/5)


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Rezension: »Bad Boys and Little Bitches – Band 1« von Andreas Götz

bad boys little bitches andreas götz»Bad Boys and Little Bitches – Band 1«
von Andreas Götz

Oetinger, Juli 2017
978-3-7891-0764-1
272 Seiten
Preis:  11,99 € eBook | 14,99 € Hardcover

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Inhalt

Beste Freunde fürs Leben – das haben sich Lissy, Finn, Elif und Leon geschworen. Ein Schwur, der ins Wanken gerät, als Vanessa neu an ihre Schule kommt. Die hübsche Mädchen wickelt in Windeseile alle um den Finger: Mitschüler, Lehrer, Elif, Lissy und Finn. Nur Leon hat seine Vorbehalte gegen Vanessa und ihre einnehmende Art.
Sein Gefühl trügt ihn nicht, denn wehe man stellt sich gegen Vanessa. Denn: Vanessa verzeiht nicht und vergibt nie. Dass sie die dunkelsten Geheimnisse und Wünsche der Clique kennt und bereit ist jeden der vier Freunde zu vernichten, ist dabei nicht gerade förderlich.
Auf der Party des Jahres eskaliert die Situation und einer der fünf jungen Menschen wird nie wieder nach Hause zurückkehren.

Fazit

»Bad Boys and Little Bitches« von Andreas Götz ist ein spannender, unterhaltsamer Serienauftakt um vier Freunde, Intrigen, verbotene Liebe, Geheimnisse und Verrat. Wer »Pretty Little Liars«, »Gossip Girl« oder »Riverdale« mag, ist hier gut aufgehoben.

Mit seinem jugendlichen Schreibstil schafft Andreas Götz die passende, spannende Atmosphäre für seine neue Jugendbuchreihe. Locker, flüssig und lebendig zeichnet der Autor seine Charaktere, die alle ihre Eigenarten haben und authentisch wirken.
Dabei lässt der Autor nicht außen vor, dass jeder Charakter seine eigenen Probleme hat und sich gerade in der Phase des Lebens befindet, in dem sich vieles ändert – auch Freundschaften.
Andreas Götz arbeitet bei seinen Charakteren mit den Stereotypen des Genres: Wir haben die böse, intrigante Königin, die Streberin, den Drogenabhängigen, den Coolen und die Normale. Und dann gibt es noch die Figur im Hintergrund, den Freak, dessen Rolle noch nicht ganz klar ist – und für die kommende Bände viel Potenzial verspricht. Tatsächlich war dieser Charakter der spannendste für mich.

Andreas Götz legt von Seite eins ein gutes Erzählzempo vor, durch die steigende Spannung bin ich geradezu durch das Buch geflogen. Auch wenn die Geschichte im allgemeinen vorhersehbar ist und gerade, wer häufiger in diesem Genre unterwegs ist, wird hier keine weltbewegende neue Handlung entdecken. Dennoch ist »Bad Boys and Little Bitches« es Wert, gelesen zu werden und hat mich von Anfang an begeistert. Durch die Mischung aus Charakteren, die sich entwickeln und auch auf der letzten Seite noch überaus überraschende neue Seiten zeigen, flüssigen Schreibstil und gekonnten Storytelling überzeugt Andreas Götz. Spannendes Element ist dabei vor allem der Perspektivwechsel, alle fünf Teenager erzählen die Geschichte, als Leser bedeutet das, dass Informationen nur Häppchenweise und ankommen und die Spannung entsprechend hoch gehalten wird.

Kurz: Wer »Pretty Little Liars«, »Gossip Girl« oder »Riverdale« mag, ist hier gut aufgehoben. Mit dem Perspektivwechsel bringt Andreas Götz Tempo in seine Geschichte um Freundschaft, Liebe, Verrat, Hass und auch Angst.  »Bad Boys and Little Bitches« ist eine Leseempfehlung für Leser spannender Jugendromane voller Intrigen.

Bewertung

4 Bücher

4 von 5

 

Autor

Bild: © Lisa Dickreiter

Andreas Götz, Jahrgang 1965, studierte Germanistik, Amerikanische Literatur und Theaterwissenschaften. Er arbeitet als freier Autor von Hörspielen für verschiedene Rundfunkanstalten, Journalist und Übersetzer.
2014 erschien mit »Stirb leise, mein Engel«, der erste Jugendroman von Andreas Götz.

 

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Weitere Titel von Andreas Götz

 


Weitere Meinungen zu »Bad Boys And Little Bitches« von Andreas Götz

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Beauty and the Book (3/5)
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Veros Bookworld (3,5/5)
Die Bücherwet von Cornie Holmes (4/5)
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Vielen Dank an Verlag und Autor für das Rezensionsexemplar.

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Rezension: »Im Kreis der Sieben: Welten« von Christin Burger

Im Kreis der Sieben Welten Christin Burger»Im Kreis der Sieben: Welten«
von Christin Burger

Selbstverlag, 2. Auflage, November 2016
978-3-0005-5106-2
348 Seiten
Preis:  3,99€ eBook | 9,95€ Taschenbuch

Leseprobe

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Achtung: Rezension kann Spoiler für alle enthalten, die Band 1 »Im Kreis der Sieben« nicht kennen.

Inhalt

Seit Lara und Timo wieder aufgetaucht sind, kann niemand mehr sterben. Lara, die genau wie Timo ihre Erinnerung verloren hat, glaubt, dass das mit ihrer Rückkehr zu tun hat.
Viel schlimmer ist aber, dass jetzt Ayse und Cem verschwunden sind und Lara nicht weiß, was sie ohne ihre beste Freundin tun soll.
Bei dem Versuch ihre Freunde zu finden und den Kreislauf zwischen Leben und Tod wieder ins Lot zu bringen, beginnen Timo und Lara eine Reise durch phantastische Welten, die Laras Gefühle auf eine harte Probe stellt…

Fazit

Christin Burger hat eine magische Geschichte um ein junges Mädchen weiter gesponnen und wieder beeindruckend gezeigt, wozu die Fantasie eines Menschen fähig ist.
Reisten Timo und Lara zuvor noch durch sieben Länder, bringt die Autorin ihr Konzept um das Totenreich, das Leben danach und die Reise der Seele auf ein kosmisches Level.
Timo und Lara reisen durch sieben Welten, jede so real und wirklich wie unsere und doch so unglaublich anders und unterschiedlich.

Den tieferen, fast schon philosophischen Charakter von Laras Reise hat Autorin Christin Burger beibehalten und wieder in eine bildgewaltige Geschichte mit den unterschiedlichsten Charakteren verpackt.
Neben Lara haben wir Ayse, Laras beste Freundin, die die Symbiose aus islamischen Werten und deutscher Kultur veranschaulicht. Auch wenn Ayse in diesem Band leider etwas in den Hintergrund tritt. Ich hoffe in finale der Trologie hat Ayse wieder mehr Raum.
Auch Mila und Timo tun viel für die Entwicklung der Geschichte und gerade Mila hat sich stark entwickelt und mir zusammen mit Styx und Zwitscher große Freude beim Lesen bereitet.
Und auch das schwebende Auge hat wieder einen Auftritt bekommen und wieder für Unterhaltung gesorgt 😀
Und ja, sogar Marc hat, bei aller Antipathie meinerseits, seinen Teil zur Geschichte beigetragen und sich innerhalb der Geschichte kontinuierlich entwickelt. Ich bin gespannt, welche Richtung Christin Burger ihre Charaktere im Finale ihrer Trilogie einschlagen lässt.
So viel vorweg: Mit dem Ende von »Im Kreis der Sieben: Welten« bin ich ja mal so gar nicht einverstanden und hoffe, dass sich hier im Finale wieder alles nach meiner Vorstellung zusammen findet.

Der Schreibstil von Christin Burger ist gewöhnt flüssig und malerisch. Die Autorin kann mit ihrer Sprache eindrucksvolle Bilder zeichnen. Unterstützt durch das gemäßigte Erzähltempo der Geschichte wird nie langweilig, die Ereignisse überschlagen sich aber auch nicht und nehmen sich gegenseitig die Wirkung. Vielmehr kann der Leser hier viel entdecken und bei bester Unterhaltung auf sich wirken lassen. Ohne den Lesefluss zu unterbrechen kann man das gelesene rekapitulieren und in einen Gesamtzusammenhang bringen.

Kurz: »Im Kreis der Sieben: Welten« von Christin Burger ist eine gelungene Fortsetzung der Geschichte, die sich mit Urthemen der Menschen beschäftigt und dabei eine fantastische junge Protagonistin in den Fokus setzt, die sich entwickelt und viel Stärke zeigt.  »Im Kreis der Sieben: Welten«  ist eine Leseempfehlung für Leser von Geschichten, die sich gerne auch mal länger mit tiefgründigen Themen eines Buches beschäftigen und dabei authentische Charaktere abseits der gängigen Fantasyszene schätzen.

Bewertung

4 Bücher

4 von 5

 

Autorin

Christin Burger

Christin Burger wurde 1975 in Tübingen geboren. Die Autorin schlug in Freiburg, Aachen und Berlin ihre Zelte auf, bis ein Besuch im Theater ihr zeigte: sie will schreiben! Sie absolvierte ein Praktikum bei einer täglichen Serie und arbeitet mittlerweile seit über 15 Jahren als Autorin für verschiedene Fernsehformate.

Heute lebt die selbstständige Autorin mit Mann und Katzen im Schwarzwald.

WebsiteFacebook

 

 

Im Kreis der Sieben


Weitere Meinungen zu »Im Kreis der Sieben: Welten« von Christin Burger

Rickys Buchgeplauder
Ela Feyh


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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

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Rezension: »Blutpsalm« von Meredith Winter

blutpsalm meredith winter»Blutpsalm«
von Meredith Winter

Sommerburg Verlag,  August 2017
978-3-9818-7221-7
208 Seiten
Preis:  3,99€ eBook | 9,99€ Broschiert

Leseprobe

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Inhalt

Sommerburg, irgendwo im Norden Deutschlands, Dezember 2011
Pastor Jonathan Littke hat ein Problem: Der Computer in der Kirche geht nicht mehr an – dabei geht in weniger als einer Stunde der Gottesdienst los und er kann seine Predigt nicht auswendig.  Zum Glück liegt von seinem Vorgänger die Visitenkarte eines Computer-Notdienstes in der Schreibtischschublade. Umso überraschender, dass statt eines Mannes in Blaumann eine Prostituierte auf die Rufnummer reagiert und bei Jonathan im Büro steht.
Marlene, die so unverhofft in sein Leben getreten ist, scheint dort auch bleiben zu wollen – Pastor und Prostituierte kommen sich schnell näher. Alles könnte so romantisch im deutschen Winter seinen Anfang nehmen, würden nicht plötzlich Leichen im beschaulichen Sommerburg auftauchen, denen Marlenes Visitenkarte mit einem Fleischermesser an die tote Brust geheftet ist…

Fazit

Love and Crime – eine ungewöhnliche Mischung für meinen Bücherschrank. Aber ein Leseausflug, der sich gelohnt hat und nicht der letzte seiner Art bleibt.

In »Blutpsalm« erzählt Meredith Winter von Pastor Jonathan Littke, der zufällig die Edel-Prostituierte Marlene kennenlernt und wider Willen von der Frau hinter den hohen Absätzen und kurzem Rock fasziniert ist. Was zu einer schönen, aber einfachen Liebesgeschichte in romantischer Winterstimmung hätte werden können, entwickelt sich schnell zu einem spannungsgeladenen Showdown, der von einer Frage überlagert wird: Wer stirbt als nächster?
Das kleine Sommerburg ist in Aufruhr, in ihrer Mitte gibt es einen Mörder und wahrscheinlich kennt ihn jeder.

Meredith Winter kommt schnell zur Sache, bei 208 Seiten ist der Platz begrenzt. Entsprechend schnell steigt die Spannungskurve. Zusammen mit dem stilvollen und fliessenden Schreibstil liest sich »Blutpsalm« kurzweilig.
An einigen Stellen hätte der Geschichte von Jonathan und Marlene mehr Zeit gut getan, es passiert schnell sehr viel und mir fehlte das kunstvolle hinauszögern und verweilen der Geschichte. Diese atemlose Momente eines Krimis, in denen der Erzähler im fast spannendsten Moment den Leser auf die Folter spannt, falsche Fährten legt und zum rätseln einlädt.
Neben dem ab und zu forschen Tempo muss ich die klischeebehaftete Vorstellung des Dorflebens erwähnen. Von engstirnig bis vorurteilsbehaftet, jedes Klischee eines Großstädters wurde bedient. Jedes meiner Klischees wurde bedient, daran sollte man sich als Leser nicht stören, sonst könnte der Lesegenuss in Gefahr sein.

Jonathan und Marlene sind der Autorin gut gelungen – alle anderen Charaktere haben nicht genügend Platz, um wirklich ausgearbeitet zu sein. Bei der Länge des Buches lag der Fokus aber klar auf den Protagonisten und die beiden waren vielschichtig, authentisch und sympathisch, wenn auch manchmal recht zickig, stur und naiv.

»Blutpsalm« von Meredith Winter ist eine Geschichte aus Liebe und  Krimi, die mit schnellem Tempo und viel Spannung überzeugt. Der Roman ist eine Leseempfehlung an Leser, die sich an Klischees nicht stören und gerne kurzweilige Krimis lesen.

Bewertung

3 von 5

Autorin

Meredith WinterMeredith Winter wurde 1981 geboren, kommt aus Lüneburg,  ist alleinerziehende Mutter von rei Kindern und ist gelernte Ernährugsberaterin.
Die Autorin ist Gründerin, Verlegerin und Autorin des Sommerburg Verlags.
Neben dem Verlag und dem Schreiben ihrer eigenen Bücher schreibt die Autorin außerdem (keltische) Songs und liest selbst so viele Bücher, wie die Zeit hergibt.

 

Sommerburg VerlagSommerburg Verlag auf FB

 


Weitere Meinungen zu »Blutpsalm« von Meredith Winter

Zeit für neue Genres
Corinna’s World of books
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