Blogtour „Die Stundenwelt – Cheyenne“ von Michaela Feitsch

Übersicht Tour Stundenwelt
Herzlich Willkommen zu Tag 4 der Blogtour „DIe Stundenwelt – CHeyenne“ von Michaela Feitsch

Gestern ging es bei  Tasty Books um das Genre Low Fantasy. Heute beschäftigen wir uns mit Persönlichkeitsveränderungen nach Organtransplantation, dem zellulären Gedächtnis.
Es gibt immer wieder Patienten von Transplantationen, die berichten, für sie ungewöhnliche Verhaltensmuster anzunehmen – ob nun der plötzliche Heißhunger auf Fast Food, ein neu entdecktes Talent für Musik, ein Faible für Kunst oder plötzliches Angst vor dem Wasser.

Auch unsere Protagonistin erlebt komisches. Seit Cheyenne ein Herz transplantiert wurde, hat sie immer wieder Träume und Visionen aus dem Leben einer anderen Person. Fakt oder Fiktion?

Was ist das zelluläre Gedächtnis?

Als zelluläres Gedächtnis wird grundlegend erstmal das Konzept bezeichnet, dass einzelne Zellen ein Erinnerungsvermögen besitzen.
In der Biowissenschaft zeigte ein Versuch an Ratten, dass diese nach Monaten des Dorgenentzugs noch immer eine Veränderung der synaptischen Aktivität bzgl. des Ausstoß von Dopamin – dieser Effekt wird als zelluläres Gedächtnis bezeichnet und ist mitverantwortlich für die Rückfälligkeit von Suchtkranken bezeichnet.

In der Alternativmedizin und Esoterik wird unter diesem Begriff aber auch die Verhaltensänderung von Transplantationspatienten verstanden, die Verhaltensmuster der Spender annehmen. Die empirische Nachweisbarkeit dieses Phänomens wird von der Medizin skeptische betrachtet.
Sprechen wir im folgenden vom zellulären Gedächtnis, ist damit genau dieses Phänomen gemeint, ob nun skeptisch betrachtet oder nicht.

Im Jahr 2000 veröffentlichten Paul Pearsall, Gary E. R. Schwartz und Linda G. S. Russek eine Untersuchung von Verhaltensänderungen bei zehn Empfängern von Herztransplantaten und verglichen sie mit Eigenschaften und den Persönlichkeiten der Spender – in allen Fällen wurden zwei bis fünf neue Verhaltensmuster bei den Empfängern festgestellt, die der jeweilige Spender aufgewiesen hatte.¹
Statistisch zwar alles andere als relevant, da die Ergebnisse auf einer Befragung von Spendern und Empfänger und deren Familien beruhen und internationale Standards bei Befragungen nicht eingehalten wurde, aber dennoch interessant.

Fakt oder Fiktion – das zelluläre Gedächtnis

1998 erschien das Buch „Herzfremd“ von Claire Sylvia, hier beschreibt sie unter anderem, wie sich ihr Leben nach einer Herz-Lungen-Transplantation veränderte.
Sie erhielt Herz und Lunge eines verunglückten Motorradfahrers. Bereits kurz nach der Operation entwickelte die US-Amerikanerin Heißhunger auf bis dato verabscheute Fast Food und Bier. Außerdem wusste die US-Amerikanerin nach eigenen Angaben den Namen des Spenders und kannte sein Aussehen.²

Die weiteren Beispiele folgen aus dem Artikel Organtransplantation und das Gedächtnis der Zellen von Paul Pearsall, Gary E. R. Schwartz und Linda G. S. Russek.

Ein weiteres Beispiel berichtet von einem jungen Mädchen (18), dass das Herz eines verstorbenen jungen Mann ( auch 18) erhielt.
Im Zimmer des jungen Mannes fanden seine Eltern Gedichte und Songs, die der Freigeist in seiner Freizeit schrieb und noch niemandem gezeigt hatte. Einer der Songs hieß „Danny, My Heart is Yours“, hier beschreibt er, dass er glaubt sterben zu müssen und sein Herz jemand anderem zu schenken.
Die junge Frau, vorher völlig untalentiert in Sachen Musik, zeigte nach der Transplantation erstmals Interesse für Musik, entschied sich Gitarrenunterricht zu nehmen (das bevorzugte Instrument ihres Spenders) und konnte die Texte der Songs beenden, die die Eltern des Spenders ihr später zeigten. Im übrigen heißt sie Danny.

Ein weiteres Beispiel betrifft ein 3-jähriges Mädchen, das unter Aufsicht eines Kindermädchens im Pool ertrank und einen 9-jährigen Jungen, der das Spenderherz erhielt.
Jimmy lebt an einem See, vor seiner OP liebte er das Wasser. Seit der Transplantation geht er laut seiner Mutter nicht mal mehr in den Garten, in die Nähe des Sees, sondern habe nun Todesangst vor Wasser.
Jimmy gibt außerdem an, ohne die Spenderin zu kennen, in sich ein trauriges Mädchen zu spüren, mit der er Spreche und das sich wünscht, Eltern würden ihre Kinder nicht einfach beiseite schieben.

Noch mehr Beispiele findet ihr hier: Organtransplantation und das Gedächtnis der Zellen.

Und wer alt genug ist, hat jetzt hoffentlich Jonathan Frakes in echter „X-Faktor: Das Unfassbare“-Manier im Ohr: Fakt oder Fiktion?

Wirklich Wissenschaftliche Belege für das Phänomen konnte ich nicht finden. Professor Künsebeck, vertritt aber die Meinung, dass eine Herztransplantation den Empfänger verändert. Für den Empfänger ist die Transplantation eine Ausnahmesituation. Sie erleben oft eine radikale Veränderung, fühlen sich vielleicht kräftiger und fitter. Oder sie empfinden Angst vor der Abstoßungsreaktion. Sie wissen, dass das neue Organ nur eine Lösung auf Zeit ist und gleichzeitig sind viele Patienten dem Spender und den Ärzten sehr dankbar, leben bewusster als früher und erfreuen sich außerdem oft an Kleinigkeiten, die sie vorher nicht interessierten. Immunsuppressive Medikamente können außerdem u.a. eine Veränderung des Geschmackssinns verursachen. Wer diese Änderungen dem Organspender zuschreibe, so Künsebeck, suche sich lediglich eine Strategie, um mit dem neuen Leben umzugehen.²

Vielen Dank, dass ihr heute hier dabei wart 🙂 Morgen geht es bei Tausend Leben mit dem Thema „WG-Leben – Traum oder Albtraum? “ weiter 🙂

GEwinspiel

Gewinnspielbanner Stundenwelt

So geht’s:
Es kann jeden Tag ein Los gesammelt werden, indem die individuelle Tagesfrage beantwortet wird.

Gewinnspielfrage:
Was glaubst du – ist die Übertragung von Persönlichkeitsmerkmalen des Spenders  auf den Empfänger bei Organspenden Fakt oder Fiktion?

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf. Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. Das Gewinnspiel wird von CP – Ideenwelt organisiert. Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook. Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn. Das Gewinnspiel endet am 06.05.2017 um 23:59 Uhr.


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Stationen der Blogtour

1. Mai 2017 – Die Stundenwelt: Cheyenne von Michaela Feitsch –  Arianes Fantasy Bücher (Gewinnspiel über Facebookseite)

02. Mai 2017 – Die Charaktere & die Stundenwelt – Bookwormdreamers

03. Mai 2017 – Low Fantasy –  Tasty Books

04. Mai 2017 – Persönlichkeitsveränderungen nach Organtransplantationen – bei mir

05. Mai 2017 – WG-Leben – Traum oder Albtraum? –  Tausend Leben

06. Mai 2017 – Ein Leben in der Stundenwelt – Bookwormdreamers

07. Mai 2017 – Gewinnspielauslosung auf allen Blogs

Quellen:
¹Paul Pearsall, Gary E. R. Schwartz, Linda G. S. Russek: Changes in heart transplant recipients that parallel the personalities of their donors in Integrative Medicine im Frühjahr 2000
² https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/medizin/organverpflanzung/pwiewissensfrage106.html

 

 

6 Gedanken zu “Blogtour „Die Stundenwelt – Cheyenne“ von Michaela Feitsch

  1. karin schreibt:

    Hallo und guten Tag,

    schon eine etwas unheimliche Vorstellung oder? Also ich denke und hoffe, dass ist/bleibt eine Fiktion. Denn rein praktisch wie soll das so ein Herz oder auch eine Leber als Organ bewerkstelligen…..

    So gruselig es auch klingst …das könnte ich mir, aber durchaus beim Gehirn vorstellen. Wenn es denn sowas gäbe…???
    Denn gerade Erinnerung/Erfahrungen die das Gehirn speichert könnten doch auf einen möglichen Spender übertragen werden…zumindest in Teilen.

    LG..Karin..

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  2. Tina Seelenherz schreibt:

    Hallöle,

    irgendwie ist das ein gruseliger Gedanke und ich hoffe das es Fiktion ist.
    Die Erklärung/Erläuterung von Prof. Künsebeck ist mir sympathisch.
    Ich denke schon das sich ein Mensch nach einem schwerwiegenden Eingriff ein wenig ändert, evtl. weiß man sein Leben dann mehr zu schätzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich das Krankheiten einen Menschen verändern. Ich bin z.B. ruhiger und gelassener geworden, sehe viele Dinge nicht mehr so eng.

    Liebe Grüße
    Tina

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  3. norbert2908 schreibt:

    Hallo,

    ich könnte mir vorstellen, dass bei einer Transplantation auch Nichtmaterielles wie Erinnerungen oder Emotionen mit übertragen werden können. Wenn man daran glaubt, dass der physische Körper noch von mehreren feinstofflichen Körpern umgeben ist, wie einem Astralkörper und einem Emotionalkörper. Diese könnten etwa mit einem transplantierten Herz mitwandern.

    Liebe Grüße
    Norbert

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  4. jen b schreibt:

    huhu

    ich denke das manche eigenschaften sich übertragen lassen ob bewusst oder unbewusst oder wenn man denkt man hat nun ein teil von jemand anderen muss ich mich anderst verhalten und sich einbildet was anderes zu wollen obwohl man es eigentlich schon vorher wollte aber nur unbewusst wahrgenommen hat 😀

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