Blogtour „Das Geheimnis der Madame Yin“ von Nathan Winters

Herzlich Willkommen zum Letzten Tag der Blogtour zu
„Das Geheimnis der Madame Yin“ von Nathan Winters

Bei Vielleserin gab es gestern ein Blick ins Extrablatt. Zum krönenden Abschluss unserer Blogtour habe ich Nathan Winters,  Autor von »Das Geheimnis der Madame Yin« ein paar Fragen gestellt. Viel Spaß mit dem Interview.

Nathan Winters ist, ebenso wie Dan Adams, ein Pseudonym des Autors Jürgen Bärbig.
Der gelernte Maler mit großen Interesse für Geschichte und Archäologie wurde 1971 in der Nähe von Aachen geboren. Seinen Traum Schriftsteller zu werden, hatte der Autor bis Ende 2010 begraben.
Zu unserem Glück bestärkte ihn seine Frau weiter an seinen Projekten zu arbeiten, was ihm 2014 letztendlich einen Platz bei der Masterclass von Bastei Lübbe ermöglichte. Jürgen Bärbig veröffentlichte u.a. unter seinem Pseudonym Dan Adams die Western-Serie Three Oaks und als Nathan Winters den viktorian-ischen Krimi Das Geheimnis der Madame Yin.
Bücherleser

Woher stammt die Idee für „Das Geheimnis der Madame Yin“?

„„Nathan

Da muss ich ein paar Jahre zurückgehen. Ich glaube 2010/11 habe ich bereits mit der Arbeit an der Geschichte begonnen. Edwards existierte damals schon in einer Kurzgeschichte. DeFries war sein Vorgesetzter und die beiden ermittelten zusammen. Celeste war da noch nicht mit im Boot. Als ich dann die Masterclass von Bastei Lübbe besuchte und mehr über die Arbeit eines Schriftstellers lernte, erkannte ich, dass ich für einen ganzen Roman ein Ermittlerduo brauchte, das mehr Unterschiede zueinander aufwies. Da Mann und Frau an sich schon immer eine spannende Konstellation bilden, war der Schritt zu Polizist und Detektivin nicht mehr weit. Jetzt stehen Celeste und Edwards zwar auch auf derselben Seite, aber doch mehr in Konkurrenz zueinander. Das sorgte für eine viel spannendere Ausgangssituation.
Und dann wollte ich natürlich nicht das Celeste nur irgendeine Detektivin ist, sondern gleich für die bekannteste Detektivagentur der damaligen Zeit arbeitete. Pinkerton.
Danach musste ich mir einen Fall ausdenken, der erklärte warum eine Amerikanerin nach London reisen muss um dort einen Fall zu lösen. Das war ein richtiges Problem. Zuerst versuchte ich es im Plot mit zwei Fällen, die ineinander übergingen sollten. Aber das funktionierte nicht. Immer wieder kam mir da die Logik in die Quere.
Erst die Idee mit Dorothea, dem Mädchen aus reichem Haus, funktionierte. Von da an dauerte es etwas weniger als ein Jahr, bis ich mit der ersten Fassung fertig war.

Bücherleser

Spielt Dein Interesse für Geschichte & Archäologie für alle deine Bücher eine Rolle

„„Nathan

Zu großen Teilen ja. Es macht mir einfach große Freude über das entsprechende Thema zu recherchieren um damit die handelnden Figuren und die sie umgebende Welt mit Leben zu füllen. Je exakter ich über eine Epoche Bescheid weiß, desto sicherer kann ich mich in ihr bewegen und mein Hauptaugenmerk auf die Handlung richten.
Zurzeit arbeite ich allerdings an einer Science Fiction Serie, bei der meine geschichtliche Neugierde nicht so sehr gefragt ist. Da bin ich es, der eine noch nicht existierende Welt erschaffen muss. Eine große Herausforderung, die aber auch sehr viel Spaß macht.

Bücherleser

Gibt es bestimmte Zeiten, Völker, Kulturen o.ä., die für Dich besonders interessant sind?

„„Nathan

Generell interessiert mich alles was mit Historie zu tun hat. Die Vergangenheit durch meine Fantasie wieder auferstehen zu lassen, finde ich unglaublich spannend. Dabei gibt es allerdings keine Epoche, die ich allen anderen bevorzuge.
Für Three Oaks habe ich über den Wilden Westen und den Goldrausch recherchiert.
Für Das Geheimnis der Madame Yin über das viktorianische England.
Ein Abenteuerroman handelt von Alexander dem Großen und spielt in den 1920er Jahren.
Zurzeit betreibe ich Recherche für einen Wikingeroman.
Du siehst also, einen Favoriten zu nennen, ist echt schwierig.
Das Thema, die Epoche, oder eine Idee, oder noch besser eine Kombination von allem, muss mich einfach ansprechen. Wenn ich mich über lange Zeit mit einem Thema beschäftige, ist es wichtig, dass es mir Spaß macht.

Bücherleser

Recherchierst Du geschichtliche Hintergründe gezielt für ein Buch oder inspiriert Dich vielmehr Dein Hobby für ein neues Buch?

„„Nathan

Bevor ich etwas Neues beginne kommt erst einmal die Inspiration aus den verschiedensten Richtungen. Das kann ein Besuch im Museum sein, ein Spaziergang, ein Gegenstand, den ich auf dem Trödelmarkt kaufe.
Es sind einfach viele Dinge die mich dann auf ein neues Thema und damit auch auf ein neues Projekt bringen können. Und erst dann beginne ich mit der Recherche und versuche soviele Informationen wie möglich zusammen zu tragen.
Für jedes Projekt lege ich ein Kladdebuch an. Darin klebe ich dann Zeichnungen und Bilder, schreibe Notizen, Infos und einen ersten Entwurf des Plots.

Bücherleser

Bist Du für „Das Geheimnis der Madame Yin“ nach London gereist und hast Dir die Schauplätze deines Krimis angesehen oder wie schaffst Du es, deine Leser so detailliert mit nach London zu nehmen?

„„Nathan

Ich hatte mich, als ich mit der Arbeit an Das Geheimnis der Madame Yin begann, erst einmal mit Kartenmaterial und Büchern begnügt. Leider gab es da in Deutschland nicht soviel Literatur, die sich mit dem viktorianischen England befasst hätte.
Als ich dann nach London gereist bin, hat das der Story sehr gut getan. Auch wenn von dem alten London nicht mehr viel übrig ist, hat es doch sehr gut getan das Flair dieser Stadt zu spüren. Vor Big Ben oder an den Ufern der Themse zu stehen, Orte die man schon so oft in Filmen und auf Fotos gesehen hat, war echt ein tolles Gefühl. Da war der Hintergedanke, du schreibst darüber und jetzt stehst du an dem Ort deiner Handlung. Ein bisschen so, als würdest du deinen Hauptdarstellern begegnen.
Aber am meisten beeindruckt hat mich der Friedhof Highgate. Ich kann gar nicht so genau sagen warum, aber dieser Ort hat einen unglaublich großen Eindruck hinterlassen.

Bücherleser

Ich kann mir „Das Geheimnis der Madame Yin“ sehr gut als Auftakt einer Krimi-Reihe um Miss Summersteen und Inspector Edwards vorstellen. Daher also eine Frage, die mir auf dem Herzen brennt: Wird es weitere Fälle für die beiden geben?

„„Nathan

Das ist eine gute Frage, die aber leider etwas zu früh kommt. Celeste und Edwards ermitteln ja erst seit dem 15. März.
Natürlich hoffe ich darauf, dass die beiden bei den Lesern gut ankommen, dann würde meinerseits nichts gegen weitere Auftritte sprechen.
Neue Ideen liegen auf jeden Fall in der Schublade.

Bücherleser

Nathan Winters & Dan Adams sind zwei Pseudonyme von Dir. Warum nutzt Du Pseudonyme und teilst Du sie zum Beispiel nach dem Genre auf oder Epoche?

„„Nathan

Vom Genre ist das tatsächlich nicht abhängig, aber vom Land in dem die Geschichte spielt.
Da Three Oaks nun mal in den U.S.A und Das Geheimnis der Madame Yin in England spielt, fand ich meinen deutschen Namen einfach nicht passend. Der andere Grund: Ich wollte ein Pseudonym für e-Books und eins für Romane haben.
Was jetzt nicht heißt, dass ich nicht irgendwann mal unter meinem richtigen Namen veröffentlichen werde. Aber sollte es einen zweiten Fall für Celeste und Edwards geben, dann ganz bestimmt wieder unter Nathan Winters.

Bücherleser

Vielen Dank Jürgen. So viel zu Deiner Arbeit als Autor und deinem aktuellen Roman. Jetzt möchte ich noch etwas mehr von Dir wissen.

Bücherleser

Welches Buch liest Du gerade bzw. hast Du zuletzt beendet?

„„Nathan

Zurzeit lese ich von Ian Rankin: So soll er sterben.
Das Buch ist zwar schon etwas älter, aber es ist mir erst vor Kurzem in die Hände gefallen. Ich mag Rankins Schreibstil und wie er seine Figuren aufbaut.
Leider komme ich nur im Bett dazu zu lesen und dann kann es passieren, dass ich mitten im Satz einschlafe und erst wieder aufwache, wenn mir das Buch aus der Hand fällt. Ich muss zugeben, ich bin kein sehr ausdauernder Leser.

Bücherleser

Wenn Du nicht gerade schreibst, wie verbringst Du Deine Zeit?

„„Nathan

Also, wenn meine Knie nicht zu sehr knacken, gehe ich im Sommer gerne Inliner fahren, oder mit meiner Frau zusammen zum Bogenschießen.
Wenn ich die Gelegenheit habe, schwinge ich mich auch mal gerne in den Sattel und geh reiten.
Ansonsten treffe ich mich oft mit Freunden. Einmal die Woche auch zum Pen & Paper Rollenspielabend. Das ist ein Hobby, das ich schon sehr, sehr lange betreibe… seit 1987, wenn ich mich nicht irre. Übrigens eine sehr gute Übung um Geschichten zu erzählen.

Bücherleser

Dein/e Lieblingsautor ist…? Warum?

„„Nathan

Tatsächlich Robert E. Howard, den meisten Lesern wohl als Erfinder von Conan bekannt.
Seine Abenteuer sprühten immer vor Fantasie und exotischen Orten in einer absolut glaubhaften Welt, in der es noch keine Orks und Elfen gab. Ich mochte das raue in seinen Geschichten. Darin konnte ich mich immer verlieren. Er hatte eine sehr schnörkellose Sprache, die aber immer den richtigen Ton traf um sich alles ganz genau vorstellen zu können.
Sein hyborisches Zeitalter nutzte ich übrigens immer noch als Welt für die Pen & Paper Rollenspielrunde.

Bücherleser

Wenn Du eine Schreibblockade hast, gibt es dann etwas Bestimmtes, das die Blockade löst?

„„Nathan

Die habe ich, Gott sei Dank, nicht so oft, aber es gibt natürlich diese Tage, an denen ich vor meinem Laptop sitze und den leeren Bildschirm anstarre, weil mir partout nichts einfallen will. Ich muss mich dann mit etwas völlig anderem beschäftigen, oder ich mache einen langen Spaziergang um den Kopf frei zu bekommen.
Was mir besonders wichtig ist, ist die Unterstützung meiner Frau. Wir reden sehr oft über die Handlung, den Text oder das Verhalten der Charaktere. Da hilft es mir dann eine andere Meinung zu hören, weil es mir neue Denkansätze ermöglicht. So kann ich das Problem aus einer anderen Richtung betrachten, was dann meist auch der Schlüssel ist um die Szene aufzulösen. Das klappt fasst immer, es dauert nur manchmal etwas länger.

Bücherleser

Gibt es ein Buch, das Dich so beeindruckt oder berührt hat, dass Du Meinung bist, diese Buch sollte jeder mal gelesen haben? Wenn ja, welches?

„„Nathan

Ich denke die Klassiker von Alexandre Dumas Die drei Musketiere, oder Melvilles Moby Dick oder Bram Stokers Dracula sind wunderbare Bücher und gehören zu Recht zur Weltliteratur.
Abgesehen davon kann man sie auch heute noch sehr gut lesen.

Bücherleser

Gibt es ein besonders schönes/lustiges/skurriles Erlebnis, das Du als Autor hattest?

„„Nathan

Das war im London Urlaub, in Highgate. Wir hatten eine geführte Tour über den Friedhof gemacht. Unser Guide hatte wirklich viele und spannende Anekdoten zu erzählen, was mich richtig begeistert hatte.
Nach der Tour fragte ich ihn, ob er nicht einen Tipp hätte, was Literatur über die viktorianische Gesellschaft betraf. Natürlich fragte ich das auf Englisch, doch im Englischen bedeutet Tipp – Trinkgeld. Mir war das richtige Wort advice entfallen.
Es klang also so, als wollte ich ihn um ein Trinkgeld bitten, weil ich an seiner Tour teilgenommen hatte. 🙂
Er sah mich schon ein bisschen an, als hätte ich ihn mit dem Bus gestreift.
Das war mir im ersten Augenblick ziemlich peinlich, aber inzwischen ist das eine Anekdote, die ich gern erzähle.

Bücherleser

Vielen Dank für dieses spannende Interview Jürgen Bärbig.

Gewinnspiel

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1. Preis: 1x ein signiertes Printbuch.
2. + 3. Preis: Jeweils ein Printexemplar.
Trostpreise: Signierte Postkarten

So geht’s: Beantworte einfach jeden Tag die individuelle Gewinnspielfrage und sammle ein Los für den Lostopf.

Gewinnspielfrage: Welche Frage würdest Du Autor Jürgen Bärbig gerne stellen?

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahmebedingungen findest du hier: ~ Spread and Read Teilnahmebedingungen ~

Gewinnspielende:  09.04.2017 um 23:59 Uhr


Stationen der Blogtour:

05.04.2017 –  Abendsternchens bunte Welt – Buchvorstellung
06.04.2017 –  Bücherfarben – Celeste stellt sich vor
07.04.2017 –  Elchi’s World of Books – Ein Streifzug durch London
08.04.2017 –  Vielleserin – Ein Blick ins Extrablatt der Times
09.04.2017 – hier – Autoreninterview
10.04.2017 – Auf allen teilnehmenden Blogs – Gewinnerbekanntgabe

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8 Gedanken zu “Blogtour „Das Geheimnis der Madame Yin“ von Nathan Winters

  1. karin schreibt:

    Hallo und guten Tag,

    Dank erst einmal für das geführte Interview ..nun damit sind schon viele Fragen beantwortet worden.

    Aber mir fällt trotzdem noch eine ein. Wie schaut so ein normaler Arbeits/Schreibtag des Autoren aus…gibt es bestimmte Rituale…beste Schreibezeit Morgens, Mitttags oder Abends.

    LG…Karin…

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  2. Katja schreibt:

    Hallo und vielen Dank für diesen schönen Beitrag zur Blogtour und das interessante Interview! Ich würde den Autor fragen, ob er sich vorstellen kann, ein Buch zusammen mit einem anderen Autor oder einer anderen Autorin zu schreiben.

    Liebe Grüße
    Katja

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  3. jenny siebentaler schreibt:

    Meine Frage wäre:
    Wenn er selbst in eine Zeit reisen könnte wohin wäre das und was würde er in dieser Zeit gerne für eine Rolle spielen??

    VLG..Jenny

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  4. Carola schreibt:

    Hallo,
    du hast ja schon viel über dich erzählt, aber mich interessiert ja mal dein Lieblingsessen. Essen sagt viel über Leute aus.
    LG
    Carola

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