Rezension: »Der Ruf des Henkers« von Björn Springorum + Meet & Greet

Der Ruf des Henkers - Björn Springorum

»Der Ruf des Henkers«
von Björn Springorum

Thienemann Verlag, Februar 2016
3-906829-03-6
442 Seiten
Preis:  18,95€ HC/12,95€ TB/ 6,99€ eBook

bestellen bei Amazon

LChoice

Inhalt

England, Mitte des 19. Jahrhunderts.
Richard ist gerade einmal 15 Jahre, als er ein verurteiltes Mädchen vor dem Galgen rettet und auf Umwegen Lehrling vom berüchtigtsten Henker Englands wird: William Calcraft.
Ihr Weg für Meister und Lehrling durch ganz England bis nach London. Auf der Reise merkt  Richard, der jetzt das Leben eines Henkerlehrlings führt und lernen muss, mit der Abneigung seiner Mitmenschen und ihrer kranken Sensationsgeilheit bei Hinrichtungen umzugehen, dass William Calcraft mehr ist als der grausame Henker, den alle ihn ihm sehen.
Die Geschichte seines Meisters erfährt Richard aber erst, als er in London wieder jenem Mädchen begegnet, dass er einst vor dem Galgen gerettet hat.

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der Maske von William Calcraft? Und was hat das Mädchen damit zu tun?

Fazit

„Der Ruf des Henkers“ von Björn Springorum ist ein unterhaltsames, leicht düsteres Jugendbuch, das nicht nur auf dem Cover eine tolle Gestaltung aufweist. Jede erste Seite eines Kapitels ist toll illustriert und greift den Torbogen des Covers wieder auf. Wer wie ich schöne Bücher mag, kommt also schon hier auf seine Kosten. Der erste Eindruck überzeugt also schon einmal.
Aber Aussehen ist ja nicht alles, nicht wahr? Es sind ja immerhin die inneren Werte, die (mehr) zählen. Und hier hat Björn Springorum bis auf eine Sache alles richtig gemacht:
Richard war mir in Bezug auf Mädchen ein bisschen zu naiv für sein Alter und die Ausbildung die als Lehrling eines Henkers. Er hat das Mädchen seiner Träume eine lange Zeit nicht gesehen und war ihr immer noch komplett verfallen, als er ihr wieder begegnete. Das ist zwar eigentlich ganz süß, aber auch ungewöhnlich für das Alter und ein bisschen… treudoof. Aber mehr habe ich gar nicht zu beanstanden.
Bis auf diesen Charakterzug von Richard sind Björn Springorum seine Charakter fabelhaft gelungen, sogar die Tagebucheinträge eines 14-jährigen Mädchens wirken authentisch und ihrem Alter entsprechend. 🙂 Gut gefallen hat mir auch das Zusammenspiel der Charaktere ihre einzelnen Charakterzüge haben trotz Gegensätzlichkeiten harmoniert und die Geschichte vorangetrieben.
Aber nicht nur die Figuren in „Der Ruf des Henkers“ haben mir gefallen. Auch der einfach, für ein Jugendbuch typische Schreibstil und das gewählte Umfeld haben mich überzeugt. Ein einfacher Schreibstil kann mich schnell langweilen, Jugendbuch hin oder her. Das war diesmal aber nicht der Fall. Björn Springorum hat hier gekonnt mit einfachen Mitteln einen Spannungsbogen aufgebaut und diesen durch verschiedene  Wendungen auch oben gehalten. Neben der Spannung und der Geschichte hat es mir auch das vom Autor gewählte Umfeld, also Ort und Zeit, gut gefallen.  England, 19. Jahrhundert. Man spürt in „Der Ruf des Henkers“ schon die Industrialisierung, Modernisierung und den gesellschaftlichen Umbruch, die in Startlöchern stehen, aber noch ist es nicht soweit. Es ist eine Phase, in dem das Alte noch immer da ist, sich aufbäumt, um zu überleben, aber das Neue will seinen Platz einfordern. England als Schauplatz tut da sein übriges für diese besondere Stimmung in dem Buch, als eines der Länder mit den wohl bekanntesten Mythen und Sagen 🙂

Kurzum ist „Der Ruf des Henkers“ eine klare Empfehlung für alle Fans spannender Jungend-/Fantasyromane, die es etwas düster und sehr lebendig mögen.

 

Bewertung

4 von 5

 

 

 

Das Meet & Greet auf der Leipziger Buchmesse 2016

Björn Springorum

Björn Springorum liest aus „Der Ruf des Henkers“

Der Thienemann Verlag hat mich zu einem kleinen Meet & Greet mit Autor Björn Springorum eingeladen. Am 18. März 2016 saßen wir zu sechst zusammen und haben andächtig Björn Springorum gelauscht, der uns den Anfang seines aktuellen Buches vorgelesen hat. Was ihm übrigens gut gelungen ist. Lange zuhören ist ja eigentlich nicht so mein Ding, besonders, wenn ich den Text schon kenne. Aber der Autor hat eine sehr angenehme Stimme, sodass ich doch die ganze Zeit zugehört habe 😉
Danach konnten wir Fragen aller Art loswerden. So haben wir erfahren, dass es in jedem Buch von Björn Springorum einen Charakter gibt, der Angst vor Spinnen hat. Die Abneigung seiner Charaktere gegen die -zugegebenermaßen ekligen- Viecher kommt vom ihm selbst. In „Der Ruf des Henkers“ ekelt sich übrigens Richard stark vor Spinnen 😉  Anders als Richard, der damit alleine klar kommen muss, hat Björn Springorum eine Katze, die sich der Spinnen annimmt.
Im Gegensatz zu Spinnen mag der Autor das Taxi fahren, das ist für ihn Zeit, die er für sich nutzt und auch mal abschaltet.
Interessant fand ich nicht nur die Arachnophobie des Autors, sondern auch die Tatsache, dass er alle Bücher, auf die in seinem aktuellen Werk anspielt, selbst gelesen hat. Das finde ich immer wichtig 🙂
Leider war die Stunde mit Björn Springorum sehr schnell um, ich hätte da noch ein bisschen länger in der angenehmen Runde sitzen bleiben können. 🙂

(Anmerkung: Hinter dem verwendeten Buchcovern stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms. Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.)

Ein Gedanke zu “Rezension: »Der Ruf des Henkers« von Björn Springorum + Meet & Greet

  1. karin schreibt:

    Huhu,

    ja jeder hat so seine persönlichen Ängste und ich finde es interessant, wie der Autor hier seine Ängste quasi verarbeiten kann.

    LG…Karin..

    Gefällt mir

Kommentar verfassen und Senf dazugeben :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s