Rezension: »Morgenland« von Stephan Abarbanell

Morgenland von Stephan Abarbanell

»Morgenland« von Stephan Abarbanell

Karl Blessing Verlag, September 2015

3-8966-7517-6

Inhalt

In den Wirren nach dem zweiten Weltkrieg macht sich die junge Lilya Wasserfall 1946 auf den Weg von Palästina nach Deutschland. Eigentlich im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht aktiv, führt die junge Frau ein persönlicher Auftrag ins Nachkriegs-Deutschland.
Sie soll den jüdischen Wissenschaftler Raphael Lind finden, von den Briten offiziell für Tod erklärt, glaubt dessen Bruder an sein Überleben.
Lilya ahnt dabei nicht, dass ihr nicht nur der britische Geheimdienst auf den Fersen ist, sondern auch ein Verräter, der verhindern will, dass sie Raphael Lind findet. Dafür merkt die junge Frau schnell, dass sie mehr als nur einen verschollenen, vielleicht toten Wissenschaftler sucht und neben neuen Erfahrungen und Freunden auch sich selbst findet.

Fazit

„Morgenland“ von Stephan Abarbanell ist kein spannender Thriller oder ein aufregender Krimi. Vielmehr ist der Roman ein nachträglich gezeichnetes Portrait einer chaotischen Zeit. Die Welt ist nicht mehr im Krieg, aber Frieden herrscht auch nicht.
Diese Einstellung hat mir geholfen, das Buch zu lesen, denn der Einstieg war schwer. Schwer und zäh. Stephan Abarbanell wirft mit Abkürzungen und Begriffen um sich, die mir unbekannt waren und einiges an Recherche meinerseits benötigten. Einerseits war das nicht schlecht, ich habe mich selten mit einem Buch und seinem Thema so sehr beschäftigt. Andererseits hat das schon den Lesefluss gestört. Die vielen Abkürzungen und der doch gewöhnungsbedürftige Schreibstil haben dafür gesorgt, dass ich stellenweise nur langsam vorangekommen bin, dass Buch immer mal wieder zur Seite gelegt habe und darüber nachgedacht habe, dass Buch zu abzubrechen.
Aber – und das Stephan Abarbanell sehr gut gemacht – je weiter ich in der Geschichte gekommen bin, desto mehr wollte ich wissen, die Suche von Lilya den nun ausgeht. Ob sie Raphael Lind findet, wer ihre Verfolger sind und wie es für sie weitergeht.

Am Ende hat sich das Durchhalten gelohnt, denn die Geschichte, die Abarbanell um Lilya zeichnet, ist bewegend und wirkt authentisch. Zwar glänzen die Charaktere nicht vor Tiefe und Vielschichtigkeit, aber das unterstützt mein Eindruck einer Zeit, in der es jedem um’s Überleben ging und jeder auf der Suche nach seiner Familie oder Vergangenheit war.

Punktabzug gibt es zwar für ein nicht vorhandenes Glossar und den zeitweise doch anstrengenden Schreibstil, dennoch ist „Morgenland“ absolut zu Empfehlen für alle Leser, die ein bisschen Biss haben und auch vor vielen Abkürzungen und fremden Begriffen nicht zurückschrecken.

Bewertung

3 von 5

Buchtrailer

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