Rezension: »Maggie und die Stadt der Diebe« von Patrick Hertweck

»Maggie und die Stadt der Diebe« von Patrick Hertweck

Thienemann Verlag, Juli 2015

3-5221-8403-3

Inhalt

Maggie, ein Waisenmädchen aus Bath, findet sich in den Straßen des New Yorks von 1870 wieder – auf der Flucht vor Männern mit einem roten Halstuch.
Zum Glück findet das junge Mädchen Unterschlupf bei den 40 Little Thieves, die vom Zwerg Goblin angeführt werden.  Schnell schließt Maggie Freundschaft mit den anderen Kids in Goblins Bande. Nur der Zwerg selbst hält sich auffällig von Maggie fern.
Schnell merkt Maggie, dass hinter ihrer Flucht vor den Männern mit dem roten Halstuch mehr stecken muss  und Goblin etwas vor ihr verheimlicht. Zusammen mit ihrem Freund Tom macht Maggie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und begegnet dabei nicht ungefährlichen Gestalten der New Yorker Unterwelt und dem Phantom eines Verstorbenen.

Kann Maggie das Geheimnis um ihre Vergangenheit lüften?

Fazit

„Maggie und die Stadt der Diebe“ hat mich lange angelächelt, bevor ich es gekauft habe. Das Genre „Kinderbuch“ hat mich anfänglich abgeschreckt, denn bereits vor ein paar Jahren habe ich gemerkt, dass mir Kinderbücher eben nicht mehr so zusagen wie früher.
Zum Glück habe ich mich aber trotzdem entschieden den Debütroman von Patrick Hertweck zu kaufen. Denn „Maggie und die Stadt der Diebe“ gehört zu den Büchern, die man aufschlägt und sofort entführt wird.

Patrick Hertweck hat mich mit seinen Worten und seinem angenehmen, flüssigen Schreibstil in die Slums von New York der 1870er gebracht. Dabei hat er dann nicht nur Maggie, sondern sämtliche Charaktere so detail- und facettenreich ausgearbeitet, dass die Personen wie aus dem Leben gegriffen wirken. Ich konnte quasi sehen, wie die Kids der 40 Little Thieves in geflickter, fadenscheiniger Kleidung vor den Stufen des Gates of Hell sitzen und Kartoffeln essen.
Besonders gefallen hat mir, dass Patrick Hertweck daran gedacht hat, dass seine Charaktere eine unterschiedliche Vergangenheit haben und sich entsprechend  verhalten. Während Maggie zum Beispiel eine Schule besucht hat, Lesen und Schreiben kann und sich gewählter Ausdrückt, spricht der Straßenjunge Bismarck, Sohn eines Verbrechers, im typischen New Yorker Slang.

Neben den Charakteren ist Patrick Hertweck auch die Wahl des Spannungslevels sehr gut gelungen. Als Leser darf man nicht vergessen, dass es sich bei „Maggie und die Stadt der Diebe“ eben doch um ein Kinderbuch, oder besser, ein für Kinder geeignetes Buch, handelt. Die Spannung und Atmosphäre sind also weder besonders hoch noch zu düster. Aber – und das ist das gelungene Kunststück – auch der vermeintlich erwachsene Leser ist von Maggie und ihren Abenteuern gefesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es nun für Maggie ausgeht und was das Geheimnis des jungen Waisenmädchens ist.

„Maggie und die Stadt der Diebe“ ist eine klare Leseempfehlung für (große und kleine) Fans lebendiger, facettenreicher Literatur, die den Leser fesselt und unterhält. Obwohl eigentlich ein Kinderbuch, verzaubert Maggie also auch jeden anderen Leser und ist absolut kurzweilig. 🙂

Bewertung

5 von 5

 

 

 

(Anmerkung: Hinter dem verwendeten Buchcovern stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms. Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.)

2 Gedanken zu “Rezension: »Maggie und die Stadt der Diebe« von Patrick Hertweck

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