Todesschwestern: Flaschendrehen mit Nathan O’Brian

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Herzlich willkommen zu Tag 2 der Blogtour „Todesschwestern“

Heute kannst Du Nathan O’Brian kennenlernen. Getarnt als Journalistin konnte ich das etwas andere Interview mit ihm führen. Lies am besten selbst 🙂

Ich bin ein bisschen aufgeregt. Okay, ich bin sehr aufgeregt. Immerhin bin ich auf dem Weg zu DEM Nathan O’Brian. Dem Privatdetektiv, der gerade erst den Mörder der kleinen Amanda McAllister überführt hat. Er ist jetzt so etwas wie der Held in Brighton. Und ich bekomme das einzige Interview mit ihm. Exklusiv. Das habe ich Audrey zu verdanken, seiner Schwester. Sie hat mir das Interview organisiert und einen kleinen Einblick in Nathan’s Leben gegeben: Ex-Polizist, sportlich, verantwortungsbewusst, konsequent, fürsorglicher Familienmensch, nach außen etwas brummig, aber das gibt sich wohl schnell.

Ouh, ich bin da! Also gut Mädchen, Schultern straffen und ran den Speck! Auf mein Klingeln öffnet eine freundliche Schwarzhaarige. “Noreen!“ stellt sie sich vor und nachdem ich das Vorzimmer betrete, geht sie an mir vorbei. „Er ist in seinem Büro.“, sagt sie noch, bevor sich umdreht und geht. Aha, im Büro. Ich klopfe an. Mehrmals. Bis mir ein verschwitzter Nathan O’Brian im Trainingsoutfit die Tür öffnet. In natura sieht er freundlicher aus als auf den Schnappschüssen der Presse.

„Entschuldigen Sie mich, Miss. Ich werde mich kurz frisch machen.“, sagt er und lässt mich stehen. Ich setze mich auf den Besucherplatz und schaue mich derweil um. Sein Büro ist zweckmäßig, aber nicht ungemütlich eingerichtet.
Genau die richtige Atmosphäre um jemanden sein Leid zu klagen und denjenigen dann in wichtiger Mission hinter einem Partner, Mitarbeiter, Freund, Tochter oder wem auch immer hinterher zu schicken.

Umgezogen kehrt Nathan zurück, zwei Flaschen Ginger Ale in den Händen. Eine stellt er vor mir ab, die andere behält er in der Hand. Er nimmt einen großen Schluck, während er sich mir gegenüber setzt.

Er sieht mich an. „Also schön Miss, legen Sie los. Meine Schwester hat ein gutes Wort für Sie eingelegt, aber das heißt nicht, dass ich große Lust habe auf Ihre Fragen.“ Wieder ein großer Schluck aus der Flasche. Nach kurzem zögern fügt er hinzu: „Und ich möchte nicht über Amanda McAllister sprechen. Bitte“ Der dritte Schluck.

„Keine Angst Mr. O’Brian, mir geht es um Sie. Ich möchte meinen Lesern die Person Nathan O’Brian vorstellen und nicht den…“, will ich ihn beruhigen, aber ich stocke, als ich sehe, dass seine Flasche Ginger Ale schon geleert ist. Entweder ist da jemand sehr durstig, oder aber er ist auch nervös. Während ich noch auf seine leere Flasche starre, steht er auf, holt zwei neue Flaschen und leert gleich noch eine. Okaaayyyy, er ist nervös, entscheide ich. „Mr. O’Brian, sind sie so durstig?“ stelle ich meine erste Frage. „Das ist mein erstes Interview. Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Da wollte ich mich nur etwas ablenken!“, verteidigt Nathan sich.

„Wissen Sie was? Wie wäre es, wenn wir das hier auflockern?“, mir ist da eine Idee gekommen. Als er fragend die Augenbraun nach oben zieht sage ich:“ Wie wäre es mit Flaschendrehen?“ Er lacht, lehnt sich zurück und legt seine Beine auf der Schreibtischecke ab: „Fangen Sie an, Miss“ „Natürlich fange ich an Mr. O’Brian. Genau genommen werde nur ich die Flasche drehen und nur Sie antworten“, grinse ich. Er mag die Idee, also starten wir.

Ich drehe eine der leeren Flaschen, die natürlich auf mich zeigt. Ich korrigiere das mit einem kleinen Schubs.

„Also Mr. O’Brian“, starte ich “ Wahrheit oder Pflicht?“ Er grinst. „Pflicht!“ Pah! Er glaubt wohl, damit hätte ich nicht gerechnet. Von wegen: „Gut. Nennen Sie mir eine peinliche Situation aus Ihrem Leben!“

Erwischt! Er sieht nicht amüsiert aus, denkt aber kurz nach und legt dann los:

Damals war ich noch bei der Polizei, gerade neu beim CID (Kripo) und sollte eine Zeugin in ihrem Haus befragen, die kurz zuvor ausgeraubt worden war. Sie bot mir einen Tee an, ich war so nervös, dass ich ihn über ihren teuren Perserteppich schüttete. Sie sagte dann so etwas in der Art, dass nicht schade drum wäre. Ich dachte natürlich, sie meinte diesen gruseligen rosafarbenen Teppich und erwiderte :

»Der Teppich ist aber auch selten hässlich.« Es stellte sich dann heraus, dass sie meine Schuhe meinte, die ebenfalls Tee mit Sahne abbekommen hatten.

„Der arme Teppich, Mr. O’Brian!“. Ich muss kichern. Bevor er was erwidern kann, drehe ich die Flasche. Diesmal zeigt sie auf ihn. „Wahrheit oder Pflicht?“ „Wahrheit!“ Oh, da hat wohl jemand keine Lust mehr auf Pflicht!

„Was ist Ihre schlechteste Eigenschaft?“ Er nimmt einen Schluck aus seiner Flasche und sagt:

„Ich nenne Ihnen meine schlechteste Eigenschaft, die meinen Beruf betrifft. Ungeduld. Ich brauche schnelle Ergebnisse, hasse es zu warten und dadurch treffe ich manchmal vorschnelle Entscheidungen, die ich hinterher bereue. Meine schlechteste private Eigenschaft behalte ich lieber für mich.“

Interessant. Das muss ich mir für meine Leser merken. Ich drehe die Flasche erneut und stelle meine nächste Frage, noch bevor die Flasche stillsteht: „Und was ist Ihre beste Eigenschaft Mr. O’Brian?“

Da überlegt er etwas länger, antwortet aber „ Ich denke, ich kann gut zuhören und auch wenn ich nicht ganz frei von Vorurteilen bin – Wer ist das schon? – so bemühe ich mich doch, die Leuten ihre Geschichten ganz erzählen zu lassen, ohne vorschnell zu urteilen. Denn manchmal stellte es sich am Schluss ganz anders heraus, als es auf den ersten Blick wirkte.

Die Flasche liegt vergessen zwischen uns, wir sind jetzt voll drin im Interview. Während er noch einen Schluck aus seiner Flasche nimmt, lege ich auch schon wieder los:“ Sagen Sie, was müsste passieren, damit Sie gegen das Gesetz verstoßen?“

Die Antwort scheint einfacher zu sein, als ich bei einem Ex-Inspector erwartet habe, denn er zögert nicht lange und antwortet:“

Wenn jemand in Gefahr schwebt, dann zögere ich nicht, mir auch mal unbefugt Zutritt zu Räumlichkeiten zu verschaffen.

„Schön Mr. O’Brian. Wir sind fast fertig, meine Leser werden sich sehr über den Mensch hinter dem Detektiv freuen. Eine Frage habe ich aber noch.“ Ich nehme auch endlich einen Schluck aus meiner Flasche, für nächste Frage brauche ich doch noch einen kleinen Aufschub.

„Auf was achten Sie als erstes bei Frauen?“ Nathan sieht mich an. Ob er jetzt wohl an Detective Alessia… (Verdammt, wie sagte Audrey war der Nachname?) und an seine Ex-Verlobte denkt? Nathan steht auf. „Vielen Dank für Ihre Zeit, Miss. Aber wir sind hier fertig. Ich möchte nach Hause, es ist spät. Ich bringe Sie zur Tür.“ Gut, keine Antwort auf die Frage, die gerade meine weiblichen Leser wohl brennend interessiert hätte.

An der Tür drehe ich mich noch einmal um, bevor Nathan sie hinter mir schließen kann. „Ein noch Mr. O’Brian: Wie stehen Sie zu ihrer hübschen Vorzimmerdame Noreen?“ Er sieht mich an und schließt dann die Tür. Seufz. Na ja, no risk, no fun.

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So viel also zu Nathan. Morgen geht es weiter mit Infos rund um den Schauplatz Brighton und einem Interview  bei Juna.

6 Gedanken zu “Todesschwestern: Flaschendrehen mit Nathan O’Brian

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